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Kennenlernen
Bei der Produktion „Glück gehabt“ spielen nun zehn Menschen mit, die Proben im Spinnwerk gehen ihren Gang, und ich finde endlich wieder Zeit, eine kleine Spielaktion hier einzustellen. Eigentlich wollte ich sie bei einer der vergangenen Proben durchführen, um den Kennenlernprozeß etwas zu beschleunigen. War dann aber doch nicht nötig … .
Kaffeeklatsch
Eine Gruppe von drei bis fünf Personen befindet sich auf der Bühne. Jeder Spieler hat die selbe Anweisung erhalten: „Stell’ Dir bitte vor, Du wärst deine Mutter/ dein Vater. Du sitzt mit deinen besten Freundinnen und Freunden zusammen beim Kaffeeklatsch und unterhältst dich mit ihnen darüber, was aus den Kindern geworden ist.“
Eingefroren im TV
Im Englischen nennt man das Rausklatsch-Spiel auch „freeze tag“.
Ein kleines Filmchen dazu:
Ein Klassiker
Zwei TN inprovisieren eine Szene, die anderen schauen zu.
Es wird so lange gespielt, bis einer der Zuschauer in die Hände klatscht. Alle Bewegung auf der Bühne „erstarrt“ daraufhin, der Klatscher bittet einen der beiden Spieler schweigend von der Bühne, nimmt dessen Haltung ein und beginnt eine neue Szene
Maschinenbau
Ein TN beginnt irgend eine rhythmische Bewegung und macht ein dazu passendes Geräusch. Nach und nach schließt sich jeder an und bereichert die Maschine mit einer neuen Bewegung und einem neuen Geräusch. Schließlich entsteht so eine große, lärmende Menschen-Maschine.
Sportstadion
Zwei Gruppen.
Die eine Gruppe einigt sich auf eine Sportart und stellt pantomimisch das Publikum (!) dar, die andere Gruppe muss herausfinden, welcher Sportart gerade zugeschaut wird.
Massenszene
Die ganze Gruppe entwickelt spontan eine Massenszene.
Zum Beispiel: Demonstrationszug, Party, Volksfest, Unfall, Beerdigung.
Zurück zum Thema
Es folgen zwei Übungen, welche die darstellerische Phantasie reizen sollen:
Verwandlung
Ein Gegenstand wird von Spieler zu Spieler gereicht. Jeder muss dem Ding eine andere Bedeutung werden. Beispiel: ein einfacher Holzstab wird zur Flöte, Fahrradstange, Gitarrensaite, zum Speer, Strohhalm …
Ballspiel
Die TN werfen sich einen Ball zu.
Dieser verändert sich nach Ansagen der SL. Zum Beispiel wird er plötzlich zur Bombe, wird bleischwer, wird zum Luftballon … . Die TN reagieren entsprechend.
Gewaltspirale
Drei TN improvisieren folgende Szene:
Chef macht Vater fertig, Vater kommt heim und lässt Frust an Mutter ab, Mutter macht das Kind zur Sau. Bei jeder „Etappe“ wird die Emotion (also die Aggression) gesteigert.
Spirale der Liebe
Die selbe Konstellation, andere Emotion: der Chef ist nett zum Vater. Was passiert zuhause?
König und Hofstaat
Zwei Gruppen.
Die eine bestimmt einen König und entwickelt eine Szene, die dem Grundgedanken folgt: „der König wird von den anderen gemacht.“ Das heißt, dass der Königsdarsteller eigentlich gar nichts tun muss, um seinen Status hervorzuheben. Dafür sorgen die Mitspieler.
Die andere Gruppe schaut zu und amüsiert sich.
Übrigens: Hoher Status wird oft mit Arroganz verwechselt.
Kaiserin Sisi sagt dazu: „Das muss nicht sein!“
Status, Hierarchie und Hackordnung
Nicht nur beim Theatersport unterscheiden sich die agierenden Figuren oft in ihrem Rang und in der Position, die sie in der „Hackordnung“ einnehmen.
Ausführliche Infos gibt es im Impro-Wiki.
Hier etwas Praktisches:
Statusübung
Zweiergruppen.
Beide TN sollen im Spiel deutlich machen, dass sie sich im Status unterscheiden.
Beispiele: Der eine TN ist Herr, der andere Diener. Der eine ist groß, der andere klein. Der eine weiß alles besser, der andere weiß nichts. Der eine ist Weißclown, der andere „Dummer August“. Der eine ist Ernie, der andere Bert …
Lektüretipp
Wer mehr über die Themen „Theatersport“ und Impo-Theater erfahren möchte, sollte Keith Johnstone lesen.
Wer mehr erfahren möchte, aber keine Zeit für ein ganzes Buch hat, findet hier einige Tipps für’s geglückte Impro-Spiel.
In diesem Text stellt der Autor Reiner Winkels ein paar Übungen vor, die auch für Leute interessant sind, die nicht Theater-Sport spielen wollen.
Eine schöne Übung ist diese:
Der Schritt
Vier TN stehen Schulter an Schulter nebeineinander und bekommen vom SL die Aufgabe, gemeinsam einen Schritt nach vorne zu machen. Die anderen TN beobachten die vier und achten darauf, wer die Initiative für den Schritt ergriffen hat.
Das Ziel ist erreicht, wenn nicht mehr zu erkennen ist, von wem die Initiative ausgegangen ist.
